{"id":2051,"date":"2023-04-06T09:29:29","date_gmt":"2023-04-06T07:29:29","guid":{"rendered":"https:\/\/bsg.de\/?p=2051"},"modified":"2023-04-06T09:29:31","modified_gmt":"2023-04-06T07:29:31","slug":"offene-automatisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bsg.de\/en\/offene-automatisierung\/","title":{"rendered":"Offene Automatisierung: Wie herstellerunabh\u00e4ngige Systeme die Industrie ver\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p>Automatisierung hat etwas Faszinierendes. Mit gro\u00dfen Augen schauen wir zu, wie technische Systeme Produkte herstellen und verpacken. Aber Automatisierung ist nicht nur eine Show, sondern auch ein Erfolgsfaktor f\u00fcr viele Industrieunternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist die Liste der Herausforderungen, die Industrieunternehmen zu bew\u00e4ltigen haben, lang. Lieferkettenprobleme, Fachkr\u00e4ftemangel, Energieknappheit, individualisierte Kundennachfrage \u2013 all das muss in einem globalen Wettbewerbsumfeld gemeistert werden. Digital vernetzte Fabriken und wandelbare Anlagen sind daher zu einem erfolgsentscheidenden Kriterium geworden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen des klassischen SPS-Ansatzes<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Doch gerade, wenn es um flexible Umr\u00fcstungen geht, st\u00f6\u00dft der klassische SPS-Ansatz an seine Grenzen. Die Verbindung von Hardware und Software ist bei einer SPS sehr eng, was die Flexibilit\u00e4t der Anlage bei Umr\u00fcstungen einschr\u00e4nkt. Bei gr\u00f6\u00dferen Anlagen sind oft mehrere Systeme unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen SPS-Systemen installiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Damit diese zusammenarbeiten, m\u00fcssen individuelle Schnittstellen geschaffen werden, die je nach Anlage und Anforderung unterschiedlich sein k\u00f6nnen. Je mehr Schnittstellen in einer Anlage vorhanden sind, desto komplexer wird das ganze System. Unter Umst\u00e4nden sind bei einer Umr\u00fcstung mehrere Hersteller betroffen, die an ihren Steuerungen Modifikationen vornehmen m\u00fcssen. F\u00fcr ein Unternehmen bedeutet das lange Umsetzungszeiten und damit verbunden auch h\u00f6here Kosten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ist es schwierig, Hardware-Komponenten in ein SPS-System zu integrieren, die nicht vom selben Hersteller stammen. Beispielsweise kann ein Operator Panel vom Hersteller X mit einer SPS des Herstellers Y nicht miteinander verbunden werden, da es eventuell keine passende Bus-Verbindung gibt. Gibt es eine passende Verbindung, kann oftmals nicht das volle Potential ausgesch\u00f6pft werden, da manche Funktionen dennoch nicht kompatibel sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Um das volle Potential des SPS-Systems auszusch\u00f6pfen, ist ein Unternehmen auf den SPS-Hersteller festgelegt und muss f\u00fcr \u00c4nderungen, Erweiterungen oder Umr\u00fcstungen auf dessen System zur\u00fcckgreifen. Dies kann dazu f\u00fchren, dass bei der Wahl der Hardware nicht die beste technische L\u00f6sung f\u00fcr die Anforderung gew\u00e4hlt werden kann, sondern dass nur eine begrenzte Anzahl an Herstellern zur Auswahl steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterhin ist es bei klassischen SPS-Systemen nicht m\u00f6glich selbstoptimierende Programme oder KI zu integrieren. Gerade dies wird zuk\u00fcnftig immer mehr und mehr gefragt sein.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Offene Automatisierung als L\u00f6sung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Um diese Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, wird eine offene und herstellerunabh\u00e4ngige Automatisierungstechnologie ben\u00f6tigt. Diese Technologie erm\u00f6glicht es Unternehmen, Hardware und Software verschiedener Hersteller in einer Anlage zu integrieren, ohne auf eine bestimmte SPS-Marke oder einen spezifischen Anbieter festgelegt zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies tr\u00e4gt dazu bei, die Komplexit\u00e4t der Anlage zu reduzieren und den Betrieb zu vereinfachen, indem beispielsweise \u00c4nderungen und Umr\u00fcstungen schneller und einfacher durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Unternehmen k\u00f6nnen somit das volle Potenzial der Automatisierungstechnik aussch\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Studie von McKinsey aus dem Jahr 2015 zeigt: Mangelnde Interoperabilit\u00e4t wird als eine der Hauptursachen f\u00fcr das noch immer gehemmte Wachstum im Bereich Internet of Things genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es muss also etwas passieren. Es sollten nicht erst Schnittstellen entwickelt werden m\u00fcssen, um verschiedene Hardware oder die Welten IT und Automatisierung miteinander zu verbinden. Es ist quasi eine Entkopplung von Hard- und Software notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ans\u00e4tze und Entwicklungen gehen schon in diese Richtung. Was viele nicht wissen: Industrie-Automatisierung ist bereits herstellerunabh\u00e4ngig m\u00f6glich. Es werden Entwicklungen auf den Weg gebracht, die bereits benutzt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Aufkommen des IoT haben sich die Anspr\u00fcche an Engineering und Anlagenbetrieb stark ver\u00e4ndert. Die Frage ist, ob eine neue Herangehensweise an die Automatisierung notwendig ist.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein neues Paradigma f\u00fcr die Automatisierung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Ja, es braucht ein neues Paradigma f\u00fcr die Automatisierung. Der neue Leitgedanke nennt sich offene Automatisierung. Eine offene Automatisierung erm\u00f6glicht es, dass ein Steuerungsprogramm hardwareunabh\u00e4ngig l\u00e4uft oder Systeme unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet auch, dass die Automatisierungstechnik eine ganz neue Dimension erh\u00e4lt, in der es m\u00f6glich ist, die Integration unterschiedlicher Systeme und Plattformen zu vereinfachen und zu beschleunigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Offene Automatisierung er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen. So k\u00f6nnen sie beispielsweise ihre vorhandenen Systeme einfacher modernisieren und gleichzeitig neue Technologien in ihre bestehenden Infrastrukturen integrieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Unternehmen w\u00e4ren nicht mehr auf die Lebenszyklen von Hardwarekomponenten angewiesen. Auf diese Weise werden Unternehmen ihre Produktivit\u00e4t steigern und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit erh\u00f6hen, ohne ihre komplette Anlage stilllegen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Herstellerunabh\u00e4ngige Automatisierung ist daher ein neues Paradigma, das die Branche revolutioniert. Anstatt jedes Mal Schnittstellen zu entwickeln, um verschiedene Steuerungen zu integrieren, k\u00f6nnen herstellerunabh\u00e4ngige Steuerungen verwendet werden, die einfach und nahtlos mit anderen Systemen und Komponenten kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind in der Regel kosteng\u00fcnstiger und einfacher zu integrieren als propriet\u00e4re Steuerungen. Zudem bieten sie mehr Flexibilit\u00e4t bei Umr\u00fcstungen und Upgrades, was zu einer verbesserten Integration und einem reibungsloseren Betrieb f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Vorteil der herstellerunabh\u00e4ngigen Automatisierung ist, dass sie eine h\u00f6here Skalierbarkeit bietet. Da sie flexibler und agiler ist als eine spezifische Steuerung, kann sie einfacher an neue Anforderungen angepasst werden. Dies ist insbesondere in der heutigen Zeit wichtig, in der die Anspr\u00fcche an die Produktion schnell und drastisch variieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren kann die herstellerunabh\u00e4ngige Automatisierung dazu beitragen, den Fachkr\u00e4ftemangel in der Industrie zu mildern. Da diese Steuerungen einfacher zu installieren und zu warten sind, m\u00fcssen weniger spezialisierte Arbeitskr\u00e4fte eingestellt werden. Dies ist insbesondere f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen von Vorteil, die nicht \u00fcber die gleichen Ressourcen verf\u00fcgen wie gro\u00dfe Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist die Automatisierung ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Produktion. Herstellerunabh\u00e4ngige, offene Automatisierungen bieten zahlreiche Vorteile gegen\u00fcber herstellerspezifischen Steuerungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Verwendung von standardisierten Schnittstellen k\u00f6nnen Komponenten und Systeme einfacher miteinander kommunizieren, was zu einer verbesserten Integration und einem reibungsloseren Betrieb f\u00fchrt. Eine herstellerunabh\u00e4ngige Automatisierung ist auch kosteng\u00fcnstiger und flexibler und bietet eine h\u00f6here Skalierbarkeit. Unternehmen k\u00f6nnen ihre Produktion effizienter gestalten und sich f\u00fcr die Zukunft r\u00fcsten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wollen Ihre Produktion automatisieren? Wir analysieren Ihre Bed\u00fcrfnisse und entwickeln Ihnen Ihre personalisierte L\u00f6sung. Sprechen Sie uns einfach an!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quellen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\"The 'Internet of Things': Mapping the Value Beyond the Hype\" 2015 von McKinsey<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Automatisierung hat etwas Faszinierendes. Mit gro\u00dfen Augen schauen wir zu, wie technische Systeme Produkte herstellen und verpacken. Aber Automatisierung ist nicht nur eine Show, sondern auch ein Erfolgsfaktor f\u00fcr viele Industrieunternehmen. Gleichzeitig ist die Liste der Herausforderungen, die Industrieunternehmen zu bew\u00e4ltigen haben, lang. 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